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Blickpunkt Wirtschaft der IHK Trier Ausgabe 2001/01 Zwei, die sich ideal ergänzenIngenieurgesellschaft für technische Dokumentationen und Maschinenbaufirma gehen erfolgreiche Kooperation einKompetente Partner finden, Schnittstellen ausloten, Synergie-Effekte nutzen - das entspricht der Wunschvorstellung einiger Wirtschaftsunternehmen auf einem immer enger werdenden Markt. Gelungen ist dies zwei Unternehmen in der Eifel: Seit einigen Monaten läuft die Kooperation zwischen der Maschinen-Konstruktions GmbH "Vulkan Technic" und der Ingenieurgesellschaft für Technisches Dokumentationsmanagement, "team b-quadrat". Die direkten Nachbarn im Industriegebiet von Hillesheim-Wiesbaum gehen von einer langfristigen Kooperation aus. Manche Verbindungen sind eben geradezu ideal. Die von "Vulkan Technic" und "team b-quadrat" scheint es zu sein. Gleichwohl war es für die wenige Meter auseinander liegenden Unternehmen nicht schwer, zueinander zu finden. Dabei siedelte sich die neu gegründete Maschinen-Konstruktionsfirma bereits vor drei Jahren in dem noch heute wenig besiedelten Industriegebiet an. "team b-quadrat" öffnete seine Pforten im April 1999. Die "Produkte" der beiden Unternehmen sind höchst unterschiedlich, dennoch können sie in gewisser Weise nicht aufeinander verzichten. Gemein ist ihnen darüber hinaus auch ihre Position auf einem Nischenmarkt. "Vulkan Technic" entwickelt Maschinen und Anlagen für den internationalen Markt und beschäftigt sich vorrangig mit drei verschiedenen Produktgruppen. Diese umfassen zum einen den Bereich der Klebetechnik, in dem die Eifelaner Marktführer sind. Hauptsächlich wird auf diesem Feld für die Automobil-Industrie produziert, aber auch Handy-Hersteller zählen zu den Abnehmern. Als Partner der renommierten und etablierten Marke "3M" war es für das vergleichsweise junge Unternehmen möglich, innerhalb kürzester Zeit die Marktführerschaft zu übernehmen. Für die nähere Zukunft verspricht sich die Geschäftsführung im Klebetechnik-Bereich eine Ausweitung nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch auf den Märkten weiterer EG-Staaten. Marktführer in der KlebetechnikZudem entstehen in dem einhundert Mitarbeiter zählenden Unternehmen spezielle Portalmaschinen sowie als dritte Produktgruppe Sondermaschinen, das heißt Automatisierungstechnik, vorrangig für die Automobilzulieferer-Industrie. Zu 80 Prozent liefert "Vulkan Technic" innerhalb Deutschlands, Nachfragen kommen aber auch aus allen EU-Ländern, Kanada und Nordamerika. "Eine Portalmaschine haben wir vor einiger Zeit nach Peking geliefert", berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Bröcker. Für alle "Vulkan Technic"-Produkte, das heißt für jede einzelne Maschine beziehungsweise Anlage werden - wie in anderen Branchen auch - spezielle und möglichst detaillierte Informationsmaterialien, sprich Bedienungsanleitungen, benötigt. Diese wurden - wie auch andernorts durchaus üblich - bislang von Technikern neben ihrer sonstigen Tätigkeit erstellt. Eine Aufgabe, die nicht allein viel Fachkompetenz und Zeit erfordert, sondern seit der Verschärfung des Gesetzes zur Produkthaftung im Jahr 1990 auch deutlich höhere Qualitätsansprüche nach sich zog. Genau an diesem Punkt entdeckte Kai Bohn, Geschäftsführer von "team b-quadrat", die Schnittstelle für eine Kooperation der benachbarten Firmen. Dokumentationen seit zehn JahrenDer gebürtige Eifeler und studierte Maschinenbau-Ingenieur beschäftigt sich seit zehn Jahren damit, technische Dokumentationen zu erstellen. Erfahrungen dazu hat er vor allem im Stahlwerksbereich gesammelt, bevor er vor beinahe zwei Jahren mit seiner Frau in die Eifel zurückkehrte und sich mit ihr in Hillesheim-Wiesbaum selbstständig machte. "Wir kümmern uns um das, wozu Konstrukteure keine Zeit mehr haben. Technische Unterlagen sind jedoch aus betriebswirtschaftlicher Sicht enorm wichtig, und deshalb müssen wir alle nötigen Informationen derart klar und effizient transportieren, dass das Produkt so sicher wie irgend möglich dargestellt ist", erläutert der Jungunternehmer. Das "A und O" vor jeder Dokumentation ist deshalb auch das äußerst genaue Erfassen der jeweiligen Zielgruppe. Bohn: "Die muss sehr klar abgesteckt sein, damit die Sprache stimmt und wir die Menschen überhaupt erreichen." Wie auch bei "Vulkan Technic", begleitet Kai Bohn die Konstruktions- und Entwicklungsprozesse im Unternehmen intensiv, arbeitet mit Technikern und Ingenieuren zusammen und verschafft sich das Know-how über den gesamten Produktkreislauf. Gibt es Teile, die sicherheitsgefährdend sind? Wo und wie groß ist das Risiko, sind elementare Fragen, die er ausführlichen Analysen zu Grunde legt. Als Datenset oder auf PapierAnschließend baut er datentechnisch Strukturbäume auf, um im nächsten Schritt alle gesammelten Informationen je nach Kundenauftrag zum anschließenden elektronischen Gebrauch auf dem PC, zur CD-Rom-Nutzung oder als Papierfassung in der gewünschten Sprache zu übersetzen. Ehefrau Heike achtet vor allem auf den sprachlichen Schliff, ist erste Test-Person in punkto Klarheit und Verständlichkeit. Mit dem fertig gestellten Informationsmaterial ist für Kai Bohn sein Job jedoch nicht beendet: "Das Wichtigste ist, dass die Informationen vom Zeitpunkt der Montage zurückfließen und ich an weitere Erfahrungswerte nach bestimmten Zeit-Intervallen komme. So können wir die wesentlichen Aspekte aktualisieren und das Produkt maßgeschneidert auf das Unternehmen weiterentwickeln." Vorsprung durch komplettes DienstleistungspaketDen eindeutigen Markt-Vorsprung von "team b-quadrat" sieht der Geschäftsführer in einem weiteren Punkt: "Ich poche auf den Marketing-Vorteil, dass wir eine Dienstleistung im Komplett-Paket verkaufen. Dazu gehören Schulungen und vor allem das Aufklären über den genau-en betriebswirtschaftlichen Nutzen die-ser Betriebsanleitung. Schließlich geht großen Firmen ordentlich Kapital verloren, sobald dort mal eine Maschine nur für eine halbe Stunde stillsteht." Nicht allein vom wirtschaftlichen Aspekt her hat Kai Bohn auch Klaus Bröcker, geschäftsführender Gesellschafter von "Vulkan Technic", überzeugt. Der sagt: "Wir verfahren nach dem Prinzip, alles, was auf dem Markt in der von uns geforderten Qualität vorhanden ist, zuzukaufen. So verhält es sich auch mit ,team b-quadrat', die diese technische Beschreibung einfach besser beherrschen als wir." Davon scheinen auch andere Firmen überzeugt zu sein - zumindest berichtet Kai Bohn über eine gesunde Auftragslage aus dem gesamten Bundesgebiet, die zum Teil Ergebnis einer offensiven Akquisition sei. Bohn recherchiert bei Kunden vor Ort, macht dort Angebote, Ehefrau Heike kümmert sich als Betriebswirtin von Wiesbaum aus um das Marketing der noch jungen Firma. Zu "offiziellen Ehren" gelangte das Paar bereits zwei Monate vor dem eigentlichen Firmenstart: Im Februar 1999 zeichnete der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage "team b-quadrat" mit dem "Pioniergeist", dem ersten Existenzgründerpreis des Landes, aus. Und der scheint noch lange nicht erschöpft. Susanne Windfuhr |
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